Leuchtend grünes Matcha Pulver in einer traditionellen Schale

Wissen

Was ist Matcha?

Mehr als nur grüner Tee. Was Matcha wirklich ist und warum das ganze Blatt den Unterschied macht.

Was ist Matcha eigentlich? Diese Frage stellen sich viele, die zum ersten Mal das leuchtend grüne Pulver in einem Café oder im Supermarkt sehen. Matcha ist weit mehr als ein Trendgetränk. Es handelt sich um ein feines Pulver aus ganzen, beschatteten Teeblättern, das eine jahrhundertealte Tradition hat. Anders als bei normalem grünem Tee trinkst du nicht nur einen Aufguss, sondern das komplette Blatt – genau das erklärt die besonderen Nährwerte. Wenn du hochwertigen Matcha kaufen möchtest, lohnt es sich, die Herkunft und Inhaltsstoffe zu kennen.

Die Herstellung: Vom Feld zum Pulver

Alles beginnt mit dem Beschatten der Teepflanzen. Etwa drei bis vier Wochen vor der Ernte werden die Sträucher mit speziellen Netzen oder Bambusmatten abgedeckt. Dadurch erhalten die Blätter deutlich weniger Sonnenlicht, was die Chlorophyll-Produktion ankurbelt und den L-Theanin-Gehalt massiv steigert. Die Blätter werden intensiv grün, zarter und entwickeln einen milderen, süsslicheren Geschmack mit ausgeprägtem Umami.

Nach der Ernte werden die frischen Blätter kurz gedämpft, um die Oxidation zu stoppen. Anschliessend werden sie getrocknet und sorgfältig von Stielen und Blattadern befreit. Übrig bleibt das reine Blattfleisch, das als Tencha bezeichnet wird. Dieser Tencha wird dann in traditionellen Steinmühlen aus Granit langsam zu einem ultrafeinen Pulver gemahlen. Eine einzige Mühle schafft dabei nur etwa 30 bis 40 Gramm pro Stunde. Dieser langsame Prozess verhindert, dass sich das Pulver durch Reibungswärme erhitzt, und bewahrt so die empfindlichen Nährstoffe und die leuchtende Farbe.

Herkunft: Uji, Kagoshima und andere Anbaugebiete

Matcha stammt ursprünglich aus China, wo buddhistische Mönche bereits im 8. Jahrhundert gemahlenen Tee tranken. Im 12. Jahrhundert brachte der Mönch Eisai die Tradition nach Japan, wo sie sich über Jahrhunderte weiterentwickelte. Heute gilt Japan als das Zentrum der Matcha-Produktion. Die bekanntesten Anbaugebiete sind Uji bei Kyoto, Kagoshima im Süden von Kyushu und Nishio in der Präfektur Aichi.

Uji gilt als die prestigeträchtigste Region für Matcha. Die nebligen Morgen und die fruchtbaren Böden schaffen ideale Bedingungen für Tee mit komplexem Geschmack. Kagoshima profitiert von einem wärmeren Klima und vulkanischen Böden, was ebenfalls hervorragenden Matcha hervorbringt. Unser Matcha stammt aus Kagoshima und überzeugt mit einem weichen, vollmundigen Profil. Jede Region bringt ihr eigenes Terroir mit, ähnlich wie bei Wein.

Nährstoffe: Was steckt in Matcha?

L-Theanin ist eine Aminosäure, die für ruhige, fokussierte Konzentration sorgt. Sie wirkt zusammen mit dem Koffein und verhindert die typische Nervosität, die du vielleicht von Kaffee kennst. Matcha enthält dank der Beschattung besonders viel davon. In unserem Artikel Matcha vs. Kaffee erfährst du genau, wie sich die beiden Getränke in ihrer Wirkung unterscheiden.

Antioxidantien, vor allem das Catechin EGCG, schützen die Zellen vor freien Radikalen und oxidativem Stress. Matcha enthält etwa 137-mal mehr EGCG als normaler grüner Tee. Das liegt daran, dass du das gesamte Blatt zu dir nimmst und nicht nur einen wässrigen Aufguss trinkst. EGCG wird mit entzündungshemmenden Eigenschaften und einer Unterstützung des Stoffwechsels in Verbindung gebracht.

Chlorophyll gibt dem Matcha seine intensive, leuchtend grüne Farbe. Es entsteht durch die wochenlange Beschattung und unterstützt die natürliche Entgiftung des Körpers. Je grüner der Matcha, desto höher ist in der Regel der Chlorophyll-Gehalt und damit auch die Qualität.

Dazu kommen Vitamine (A, C, E und K), Eisen, Kalium und Ballaststoffe. In einer einzigen Portion von 2 Gramm steckt eine beeindruckende Nährstoffdichte, die kaum ein anderes Getränk bieten kann.

Matcha Qualitätsstufen: Ceremonial und Premium

Nicht jeder Matcha ist gleich. Es gibt verschiedene Qualitätsstufen, die sich in Geschmack, Farbe und Verwendungszweck unterscheiden. Ceremonial Grade Matcha stammt aus der ersten Ernte und wird besonders lange beschattet. Er schmeckt samtweich, süsslich und hat intensives Umami. Premium Grade Matcha ist ebenfalls hochwertig, hat aber ein etwas direkteres Geschmacksprofil und eignet sich hervorragend für Lattes und Mixgetränke. Mehr Details findest du in unserem Vergleich Ceremonial vs. Premium Matcha.

Was unterscheidet Matcha von normalem grünen Tee?

Bei grünem Tee giesst du die Blätter auf und wirfst sie danach weg. Du trinkst nur das, was sich im Wasser gelöst hat, also etwa 10 bis 20 Prozent der Nährstoffe. Bei Matcha trinkst du das gesamte Blatt als Pulver. Das bedeutet, du nimmst alle Nährstoffe auf, nicht nur einen Bruchteil davon.

Ausserdem wird Matcha beschattet angebaut, normaler grüner Tee in der Regel nicht. Das sorgt für einen komplett anderen Geschmack und ein anderes Nährstoffprofil. Matcha schmeckt cremiger, süsser und hat deutlich mehr Umami. Auch die Zubereitung unterscheidet sich. Matcha wird mit einem Bambusbesen (Chasen) aufgeschlagen oder im Shaker zubereitet. Auf unserer Rezepte-Seite zeigen wir dir verschiedene Zubereitungsmethoden. Sobald du deinen Matcha hast, lies auch unseren Artikel über die richtige Lagerung von Matcha, damit er lange frisch bleibt.

Neugierig geworden?

Probier unseren Ceremonial Matcha "Signature" und erlebe den Unterschied selbst.

Zum Shop