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Hojicha vs. Matcha: Was ist der Unterschied?
Zwei japanische Tees, zwei völlig verschiedene Geschmackswelten.
Matcha kennt inzwischen fast jeder. Aber hast du schon mal von Hojicha gehört? Dieser geröstete japanische Tee gewinnt in der Schweiz immer mehr Fans und bietet eine spannende Alternative zu Matcha. Beide Tees stammen von der gleichen Pflanze, der Camellia sinensis, und doch könnten sie unterschiedlicher kaum sein. In diesem Artikel erfährst du alles über die Unterschiede und wann du welchen Tee am besten geniesst.
Was ist Hojicha?
Hojicha ist ein japanischer Grüntee, der nach der Ernte bei hohen Temperaturen geröstet wird. Dieser Röstprozess verleiht ihm seine charakteristische braune Farbe und ein ganz besonderes Aroma. Im Gegensatz zu Matcha, der aus beschatteten Teeblättern zu feinem Pulver vermahlen wird, besteht Hojicha aus ganzen gerösteten Blättern oder wird als geröstetes Pulver angeboten. Die Röstung verändert das Geschmacksprofil grundlegend und reduziert gleichzeitig den Koffeingehalt. Unseren Hojicha beziehen wir direkt aus der Präfektur Kyoto, wo die besten gerösteten Tees Japans herkommen.
Der Röstprozess
Nach der Ernte werden die Teeblätter zunächst gedämpft, um die Oxidation zu stoppen. Anschliessend werden sie bei Temperaturen zwischen 150 und 200 Grad Celsius in einer Porzellan- oder Keramiktrommel geröstet. Dieser Schritt dauert je nach gewünschter Röststufe einige Minuten. Durch die Hitze werden Bitterstoffe abgebaut und neue Aromen freigesetzt. Karamell, Nuss und leichte Schokoladennoten entstehen. Gleichzeitig wird ein grosser Teil des Koffeins zerstört, was Hojicha zu einem deutlich koffeinärmeren Getränk macht.
Koffein im Vergleich
Hier liegt einer der grössten Unterschiede. Eine Tasse Matcha enthält etwa 60 bis 70 mg Koffein pro Portion. Hojicha bringt es nur auf etwa 15 bis 30 mg pro Tasse. Das ist weniger als die Hälfte. Wenn du also abends noch einen warmen Tee geniessen möchtest, ohne den Schlaf zu gefährden, ist Hojicha die perfekte Wahl. Für einen detaillierten Vergleich mit Kaffee schau dir unseren Artikel Matcha vs. Kaffee an.
Geschmack: Umami vs. Karamell
Matcha schmeckt je nach Qualität cremig, leicht süsslich und hat einen ausgeprägten Umami Charakter. Hochwertiger Ceremonial Grade Matcha hat eine Tiefe und Komplexität, die an guten Wein erinnert. Hojicha hingegen schmeckt vollkommen anders. Die Röstung bringt warme, nussige Aromen hervor. Viele beschreiben den Geschmack als eine Mischung aus geröstetem Getreide, Karamell und einer leichten Holznote. Hojicha ist mild, rund und hat praktisch keine Bitterkeit. Das macht ihn besonders bei Tee Einsteigern beliebt, die den kräftigen Geschmack von Matcha noch nicht gewohnt sind.
Wann trinke ich welchen Tee?
Die Faustregel ist einfach. Matcha ist dein Tee für den Morgen und den frühen Nachmittag, wenn du Energie und Fokus brauchst. Das Koffein in Kombination mit L-Theanin gibt dir eine ruhige, anhaltende Wachheit ohne Crash. Hojicha ist ideal für den späten Nachmittag und Abend. Der niedrige Koffeingehalt stört deinen Schlaf nicht, und das warme, beruhigende Aroma hilft dir beim Entspannen. Im Herbst und Winter ist eine heisse Tasse Hojicha ein echtes Wohlfühlgetränk.
Rezepte für beide Tees
Matcha ist extrem vielseitig. Ob klassisch aufgeschlagen, als Latte, im Smoothie oder zum Backen. Die Möglichkeiten sind endlos. Auf unserer Rezepte Seite findest du viele Inspirationen. Hojicha eignet sich ebenfalls hervorragend für Latte Getränke. Ein Hojicha Latte mit Hafermilch und einem Hauch Ahornsirup ist unglaublich lecker. Du kannst Hojicha Pulver auch in Desserts verwenden, zum Beispiel in Panna Cotta, Eis oder Keksen. Die nussig karamelligen Noten harmonieren besonders gut mit Vanille und weisser Schokolade.
Nährstoffe im Vergleich
Da beim Matcha das gesamte Blatt als Pulver konsumiert wird, nimmst du alle Nährstoffe auf. Matcha ist reich an Antioxidantien, insbesondere EGCG, sowie an Chlorophyll, Vitaminen und Mineralien. Bei Hojicha reduziert die Röstung einige dieser Inhaltsstoffe. Der EGCG Gehalt ist niedriger, und das Chlorophyll wird durch die Hitze abgebaut. Dafür enthält Hojicha andere Antioxidantien, die durch den Röstprozess entstehen. Beide Tees sind gesund, aber Matcha hat in Sachen Nährstoffdichte die Nase vorn.
Fazit: Nicht entweder oder
Hojicha und Matcha ergänzen sich perfekt. Matcha für Energie und Fokus am Tag, Hojicha für Genuss und Entspannung am Abend. Du musst dich nicht für einen entscheiden. Viele unserer Kunden haben beide Tees zu Hause und wählen je nach Tageszeit und Stimmung. Probiere beide aus und finde heraus, welcher Tee zu welchem Moment in deinem Alltag passt.